Der einzige Dynamo, der den an meinem Rad übertönen kann

Die Eishockey-Saison hat begonnen. Auf Tumblr laufen die Uhren anders und die Frage „is it October yet?“ kann ich leicht beantworten: Nein, aber die KHL ist in ihre nunmehr sechste Saison gegangen. logo_net_eng

Angefangen hat der Reigen mit dem Spiel Dynamo Moskau – Traktor Chelyabinsk, den Vorjahrsfinalisten des Gagarin-Pokals.

Pünktlich zum Start hat der TV-Sender laola1.tv seine Webseite überholt. Während die ätzenden Drop-down-Menüs, die sich nur schwer wieder einziehen lassen, jetzt verschwunden sind, sind die Seitenränder jetzt mit einem Vor- bzw. Rückspulbutton versehen. Das Ganze sieht so aus, als ob das Menü jeden Moment vom nächsten abgelöst wird und ich plötzlich bei La Liga lande (oder schlimmer: Tennis).

laola

So sieht dann das neue Bild aus. Die Werbung am Seitenrand ist während des gesamten Streams die gleiche geblieben und war gottseidank nicht animiert. Die Bildqualität hat geschwankt, wobei ich mir da nicht sicher bin, ob das nicht auch an der KHL lag, die das Spiel auch auf ihrer Webseite übertragen hat. Mal war das Bild glasklar, dann wieder körnig. Zweimal hat es gestockt, ansonsten ist der Stream tadellos gelaufen.

Yeryomenko Alexander 1 dynamo moskau

goalie

Was im russischen Fernsehen noch Werbung ist, wird im Internet weiter übertragen, was dazu führt, dass man den russischen Moderatoren bei ihren Gesprächen mit der Bildregie zusehen darf. Apropos Gespräche: In den Spielpausen gibt es das Moderatoren-Duo im Studio, die alle wichtigen Spielszenen zusammenfassen, und einen Live-reporter an der Eisbahn, der seinen Senf dazu gibt. Für die russischen Zuschauer auch einen russischen Kommentatoren während des Spiels (der wurde einmal, ohne entsprechenden Ton versteht sich, gezeigt). Bei Laola gibt es eben nur die Geräusche aus dem Stadion. Aber ey, was für eine geile Kulisse das war.

Da erübrigt sich die Stimmung aus der Büchse schon fast. Wenn dann gab es die nur vor den Face-offs in einer Mischung aus dem angespielten Vereinslied, einigen Rocktracks und einer kurzen Einspielung von Kernkraft 400.

Das was ich an der NHL so vermisst habe, ist hier im Übermaß vorhanden. Die Sprechchöre wurden von Trommeln begleitet, waren laut und variiert. Zu Anfang schalte ein „Dynamo“ durch die Arena, dem ein „Traktor“ entgegen hallte. Von den Traktorfans war später allerdings nichts mehr zu hören. Gefallen hat mir auch das „Dyna-!“ aus der einen Hälfte der Arena, das dann als „-moskva!“ vollendet wurde. Wenn Traktor mal längere Zeit in Besitz der Scheibe war, gab es die entsprechenden Pfiffe. Die Stimmung war jedenfalls ausgezeichnet. Als der Torerfolg von Babenko über den Lautsprecher durchgegeben wurde, nahmen die Fans den Namen vorweg. „Yury“ folgte das laute „BABENKO!“

Ich bin auch ein großer Fan der Luftschiffe, die während der Pausen über die Eisfläche schweben. Ab und an kamen Eismädchen auf die Fläche, um mit Schippen den Schnee vom Tor zu entfernen. Die jungen Frauen sahen alle gut aus und trugen knappe dynamoblaue Outfits. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich bei diesen Unterbrechungen eventuell um Werbepausen fürs russische Fernsehen gehandelt hat.

Das Spiel war richtig spannend. Traktor hat wenig zustande gebracht, ist aber trotzdem in Führung gegangen. Kokarev (19, DYN) war besonders fleißig, aber außer die Scheibe ins Tor zu schaufeln und einem Stangenschuss ist ihm dann im ersten Drittel doch nichts gelungen. Das zweite Drittel fing mit einigen Scharmützeln im Mittelfeld an. Viele Torchancen waren nicht dabei, aber nach einer Überzahlsituation für Dynamo, die torlos endete, hat Maxim Pestushko (33, DYN) dann doch den Ausgleich ins Netz geschnipst. Das unter erschwerten Bedingungen, nämlich zwei Traktorspieler, die zwar Spalier gelaufen sind, aber das Tor dann doch nicht verhindern konnten.

Plötzlich hat dann eine Torchance die nächste gejagt. Komarov kommt einmal frei zum Ausholen, aber der Traktor-Torwart Garnett hielt. Dann aber da schönste Tor des Spieltags. Soin (6) drischt die Scheibe gegen den Pfosten und Babenko (12) sagt „Danke“ und haut den Aufpraller rein. Keine Chance für Garnett.

Die PowerPlays von Traktor waren unter aller Sau. Da gab es zuweilen keinen einzigen Torschuss. Dynamo hat selbst da das Spiel bestimmt.

Die anderen drei Tore im letzten Drittel waren da schon Zuschlag. Endergebnis 5:1. Kann man auf Englisch noch mal auf der KHL.ru Seite nachvollziehen.

DYN TRA nailbiter

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