Lokomotiv mit wenig Zug zum Tor, Avangard in der Bresche

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Ich habe mich schon gefragt, warum die KHL keine Begegnung am Samstag angesetzt hat, bis mich dann Tumblr daran erinnert hat, dass sich am Samstag der Flugzeugabsturz von Lokomotiv Yaroslavl sich zum zweiten Mal jährt. Aus Respekt vor den Familien der Opfer hat man davon abgesehen, Hockey zu spielen.

Und zum Gedenken tragen die Spieler von Lokomotiv einen Aufnäher in Form einer schwarzen Schleife am Kragen ihrer Trikots. Der Todestag der Mannschaft (07.09.11) steht in weiß auf der Schleife.

logo avangard omsk regionlogo lokomotiv yaroslavl

Am 8. September, Sonntag, war Lokomotiv bei Avangard Omsk zu Gast. Der Anfang war schon mal richtig schlecht. Loko kassierte bereits ein frühes 5 zu 3. Die erste Bankstrafe wurde noch erhöht, weil der hohe Stock von Plotnikov (16, LOK) auch noch zu einer kleinen Platzwunde führte. Da wurden aus zwei Minuten vier. Eine Minute später hat Pashnin (33, LOK) die Scheibe aus dem Spielfeld gehauen. Die drei Spieler, die das 5 zu 3 für Loko sicher über die Bühne brachten, waren übrigens But (10), Kronwall (27) und Apalkov (40). Apalkov hatte auch eine extrem lange Schicht oder zumindest kam es mir so vor.

Allerdings darf man sich nicht allzu sehr auf die Anzeige der Strafsekunden verlassen. Und auch das Spiel war am Ende schneller fertig als von der Uhr angedeutet.

Im ersten Drittel drängte Avangard zum Tor. Positiv aufgefallen sind mir Kazionov (77, AVG), der sich schön durchsetzen konnte und Popov (24, AVG), der mal im Seitschritt vors Tor schlich. Tja, und da die Kamera viel vorm Tor von Lokomotiv gefilmt hat, hatte ich auch die Gelegenheit die Maske von Torwart Sanford (1, LOK) zu bewundern, die das Logo von Lokomotiv ganz schlicht auf weißem Untergrund in Szene setzt. Sah wirklich klasse aus.

Loko kassierte in den ersten Minuten einfach zu viele Strafen, u.a. auch eine dafür, dass zu viele Spieler auf dem Eis waren. Vier Power Plays rächten sich dann in Form von Popov, der das 1:0 schoss. Popov trat dann nochmal kurz vor Ende des Drittels in Erscheinung, als er, eingezirkelt von zwei Spielern an der Bande, mit seinem Schläger einen Lokomotiv-Spieler im Gesicht traf. Der warf schön den Kopf nach hinten und der Schiri entschied auf übetriebene Härte (roughing). Popov konnte den letzten zwei Minuten von der Bank aus zusehen, aber nicht ohne vorher nochmal mit dem Schiri zu diskutieren.

In Periode 2 glich Lokomotiv in Überzahl aus (But, 10), aber eine halbe Minute später traf Zaborsky (67, AVG). Das 3:1 war ein echtes Sahnestück von Perezhogin, das ich Euch nicht vorenthalten will.

avg_lok 3_1 perezhogin alexander

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Noch vor dem Schlenker habe ich mir notiert, dass Yaroslavl vor dem Tor nicht gut genug verteidigt. Wenig Forechecking führt dazu das Avangard ungehindert zum Torschuss kommt. Und wenn man Alexander Perezhogin heißt, kann man auch noch kleine Kunststücke vollführen.

Die Zuschauer waren begeistert, aber noch mehr gingen die zwei Maskottchen ab. Den Schwarzen habe ich glatt für einen Pinguin gehalten, aber der Rote sieht etwas mehr aus wie ein Vogel. Sollen das Falken sein? Sehen ja eher aus wie Hühner.

Das 4:1 fiel nach einer Werbepause und durch Kostitsyn (74, AVG). Auf meinem Zettel stehen die Worte „zu einfach“. Die Luft war bei Yaroslavl jedenfalls raus. Auch im letzten Drittel trat besonders Avangard in Aktion. Perezhogin wollte es wieder mit einer geschickten Drehung versuchen, um den Gegner zu verlagern, leider ging dadurch auch sein Schuss daneben. Da ich hier nur von Avangard schreibe, soll aber nicht heißen, dass Lokomotiv gar nichts gemacht hat. Die Statistik listet sogar 34 Torschüsse (Avangard: 30), aber vielleicht war der Torwart von Avangard (72, Kostin) einfach nur zu gut.

Oder vielleicht war Yaroslavl zu sehr damit beschäftigt, unnötige Strafen zu kassieren. Muss man in der neutralen Zone seinen Gegner festhalten? Oder hat das Ullstrom (24, LOK) nur getan, weil Popov (24, AVG) seine Nummer trägt?

Den Braten richtig fett gemacht hat dann Blatak (23, AVG) – 5:1 für Avangard Omsk. Zwei Minuten vor Spielende fiel noch das 5:2 durch einen schnell vorgetragenen Angriff (Chernikov, 22, LOK), aber da waren die Teller schon aufgegessen.

Spiel war unterhaltsam. Die Bildregie ist verbesserungswürdig.

In der Arena wurde fast ununterbrochen Musik gespielt. Avangard Omsk leistet sich eine weibliche Stadionsprecherin, aber natürlich dürfen auch die Schneeschipperinnen (wie gefällt diese Doppelung?) und Cheerleader nicht fehlen. Die Cheerleder wurden recht häufig eingeblendet. Lag vielleicht auch am Kostümwechsel: zuerst in Top und Hot Pants in glänzend-silber und so eng, dass die Höschen ständig nach oben gerutscht sind und die Tänzerinnen sie wieder runterziehen mussten. Das zweite Outfit war dann ein rotes Franzenkleid, das aber den Blick auf den schwarzen BH freigab. Die Schneeschipperinnen trugen ebenfalls rote Kleider.

+

In Zagreb gab’s Probleme mit dem Band, das die lettische Nationalhymne „Dievs, sveti Latviju“ abspielen kann. Die lettischen Fans ließen sich nicht lumpen und stimmen a capella ein. Da mussten auch die Kroaten Beifall spenden. Ob es deshalb zum Sieg von Dinamo Riga über Medvescak Zagreb kam?

Tja, wie kommt’s? Am Freitag nach dem Kantersieg über den CSKA die Nacht durchgefeiert? Kann eigentlich keine Müdigkeit sein, denn Zagreb hatte bis jetzt zwei Spiele zu absolvieren und beide waren Heimspiele. Andris Dzerins (25, RIG) lupft hier jedenfalls das 1:5 ins leere Tor.

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(Alexander Perezhogin Gifs vom KHL-Video)

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