Auf leisen Sohlen durch die östlichen Divisionen

Laola1.tv hat sich wohl dafür entschieden, jedes Admiralspiel zu übertragen, was mich natürlich unheimlich freut. Nach zwei Spielen kann ich zumindest einigen Nummern auch Namen und Spielposition zuordnen. Die Webseite des Klubs ist seit gestern aktiv. Es sieht so aus, als wäre ich jetzt Fan von Admiral Vladivostok. 🙂 Wir sind ja beide neu in der KHL, also passt es.

admiral_2013

Admiral steht an 13. Stelle in der Ostkonferenz der KHL (24. Gesamtplatz). Heute spielen sie ihr drittes Saisonspiel gegen Metallurg Novokuznetsk. Wenn Admiral regulär gewinnt, können sie sich auf Platz 5 vorschieben. Wenn sie verlieren, bleibt alles beim Alten.

Ich dachte, der Spielmodus dieser Saison wäre eine einfache Hin-und Rückrunde (so wie letztes Jahr). Bei Wikipedia heißt es allerdings: „Jedes Team spielt viermal gegen allen anderen Teams aus der selben Division (24 Spiele), zweimal gegen jedes andere Team in der anderen Division in derselben Konferenz (14 Spiele) und einmal gegen die Teams aus der anderen Konferenz (14 Spiele).“

Es ist also entscheidend, sich möglichst schnell auf die Teams der eigenen Division einzustellen, da hier die Punkte vergraben sind. Admiral trifft auf seiner sieben Stationen umfassenden Rundreise nur auf Teams aus der Ostkonferenz (vier davon gegen Gegner der eigenen Division). Das erste Spiel gegen ein Team der Westkonferenz findet erst am 27.9 gegen CSKA Moskau statt. Dieses Spiel ist dann auch gleichzeitig das erste Heimspiel.

In einer DPA-Meldung sagte Felix Schütz: „Es ist einfach eine andere Mentalität. Die meisten Spieler sind sehr leise, wirken fast schüchtern – dafür ist der Trainer umso lauter.“ Schütz gehört tatsächlich der Topreihe an (mit Pervushin (17) und Lisin (7)). Schütz (55) war aber auch schon mit Bergfors (10) zu sehen. Mal sehen, wie sie sich heute schlagen. Außerdem will ich einen genauen Blick auf Antropov (85) werfen, der im letzten Spiel einige Fehler gemacht hat.

logo metallurg novokuznetsk logo admiral vladivostok
Das erste Drittel ist gerade zu Ende gegangen. Es gibt einige Abstimmungsprobleme in der Defensive von Admiral. Besonders auffällig ist das vor dem Tor, wo zwei Verteidiger mittels Armausstrecken ihren Abstand mehrmals neu bestimmen mussten. Dass Metallurg noch kein Tor geschossen hat, ist Lundström zu verdanken, der einige brenzlige Situationen zu überstehen hatte. Besonders gefährlich sind Lapenkovs (37, MNK) Weitschüsse und das Zusammenspiel von Startsev (67, MNK) und Kurepanov (7, MNK). Zudem wurden zwei Strafen gegen Admiral ausgesprochen (Haken von Schütz, 55 und Stockschlag von Pervushin, 17), die mir ziemlich kleinlich vorkamen.

Das zweite Drittel wird in einer härteren Gangart bestritten. Zemchyonok (8) muss, nachdem er die Bande geküsst hat, behandelt werden. Das Tor von Lundström wird aus der Verankerung gehoben, nachdem Antropov (85) auf einen Kunya-Mann gesprungen ist und ihn ins Tor gerissen hat. Die Angriffe von Admiral enden meistens damit, dass ein Pass vor dem Tor von Metallurg abgefangen wird und ein schneller Konter eingeleitet ist. Das 1:0 geht auf eine Unachtsamkeit Admirals zurück. Ein kleiner Kampf an der Bankseite wird nicht richtig angegangen, Metallurg wechselt, kann trotzdem den Puck behalten und Antilla (14, MNK) hat keine Not und tütet ein.

Im dritten Drittel schafft Admiral den Ausgleich dank Überzahl und der guten Übersicht von Schütz (55), der erst antäuscht, dann wartet, bis seine Mitspieler in Position sind und so zu Antropov (85) abgeben kann, der dann die Scheibe in die Mitte schnippt, wo Lisin (7) die Oberhand behält und sie ins Tor bringt. 1:1

Es wird noch ein paar mal knapp vor dem Tor von Lundström (84), aber Admirals Angriffe laufen nun nicht mehr ins Leere und entwickeln echte Gefährlichkeit. Das Publikum in der halbleeren Arena (zumindest hinter dem Tor sah es ganz schön verlassen aus) geht frenetisch mit. Schön anzusehen war auch, wie der Einsneunzig-Mann Ternavsky (74, ADM) seine Gegner konsequent aufs Eis geschubt hat. Egal, ob die nun den Puck hatten oder nicht.

Allein die Tore fehlten auf beiden Seiten und so ging es in die Overtime. Plötzlich war nur noch Admiral aktiv und Schütz hatte zwei wirklich gute Chancen. Gut, aber nicht gut genug für Torwart Hovinen (32, MNK). Schütz‘ Gesichtsausdruck zeigte, dass er es kaum glauben konnte. Ich hatte mich schon auf ein Shoot-out eingestellt und mich gefragt, ob Jortikka wieder Lundström für Ivannikov auswechselt. Dazu kam es dann nicht, denn im letzten Angriff erhält Schütz eine Steilvorlage von Antropov. Tor für Admiral neun Sekunden für Ende der Overtime! Damit hat Admiral den zweiten Sieg eingefahren und hat jetzt 4 Punkte und ist damit auf Position 8 in der Ostkonferenz.

Ach ja, und Felix Schütz findet sich ziemlich weit oben in der Scorerwertung.

(Jetzt müsste ich noch herausfinden können, ob er sich den zweiten Platz mit sechs anderen Spielern teilt oder er auf Platz 4 liegt. Ich würde mal behaupten, dass Tore höher gewertet werden als Vorlagen, aber ob noch ein anderes Kriterium angewendet wurde, konnte ich noch nicht herausfinden.)

Die Fliegermeilen sehen so aus:

6.9. Amur Khabarovsk (650km)

9.9. Novosibirsk (3700km)

11.9 Novokuznetsk (306 km)

Ich kenne mich mit Reisen nicht aus, aber könnte vermuten, dass die 300 km mit dem Bus zurückgelegt werden. Würde das Ein- und Auschecken am Flughafen nicht länger dauern als eine Busfahrt? Außerdem wäre Busfahren sicher günstiger. Das Logo von Admiral gibt mir ebenfalls Rätsel auf. Müsste das „d“ nicht wie ein schnörkeliges „g“ aussehen, wenn man kyrillisch schreibt?

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