Fernost ruft

Der youtube-Kanal der KHL hat ein Video namens „Адмирал. Начало.“ (Admiral. Der Anfang) veröffentlicht. Ein Teil des Bildmaterials wurde bereits im Trailer verwendet, aber das soll mich nicht davon abhalten, den Film etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Im Video wurden einige Spieler vor den Kulissen Vladivostoks interviewt. Aus einem mir unbekannten Grund ist Kapitän Enver Lisin nicht im Interview zu sehen, obwohl man definitiv Aufnahmen von ihm in einem der Trailer gezeigt hat.

alexei ugarov 18 s

Alexei Ugarov (18, F) wird weiterhin als Verletzer geführt. Er hat in den drei Spielen mit Admiral zwei Tore geschossen. Geboren wurde er 1985 in Weißrussland.

felix schütz 55 s

Felix Schütz (55, F) sieht in seinem Interview aus wie einer, der sich durch die Büsche geschlagen hat. Gut, an der Küste ist es bekanntlich immer windig und dass er sein Haar nicht mit Gel niedergebürstet hat, muss man ihm wohl zu Gute halten.  Im Unterschied zu den russischen Spielern Admirals wurde seine Nummer nicht im Expansiondraft gezogen. Er hat seine Ablösesumme selbst bezahlt, um in der KHL spielen zu können. Schütz wurde 1987 in Deutschland geboren und hat bis jetzt alle Spiele als First-Liner gemacht.

niclas bergfors 10 s

He, ich kann auch nur das giffen, was da ist. Und beim Admiralfilmteam weiß man offenbar, dass Besuche beim Priester keine 12 Minuten Sendezeit füllen sollten. Der Mann ohne Hemd ist Niclas Bergfors (10), der als Flügelstürmer mit Schütz spielt. Bergfors war letzte Saison noch bei Severstal.

church

Hier wurde tatsächlich eine Kirche besucht. Der Priester hat auch einige Worte an die Spieler gerichtet und wenn man mal von den Bekreuzigungen ausgeht, war das wohl zumindest einigen Spielern wichtig.

konstantin sokolov 14 s

Konstantin Sokolov (14, F) ist noch nicht wirklich in Erscheinung getreten. Er wurde 1991 in Kasachstan geboren und hat letzte Saison noch in Ak Bars bzw in der VHL gespielt.

insta

Rechts vorne sitzt Enver Lisin und wenn man nach dem Gesichtsausdruck geht, sieht er nicht gerade begeistert aus. Ich bin nur froh, dass der Kapitän der Mannschaft nicht Alexander oder Sergei heißt, sondern einen sehr ungewöhnlichen und deshalb leicht zu merkenden Namen hat. 1986 ins Moskau geboren, war er letzte Saison noch bei Metallurg Magnitogorsk unter Vertrag und spielt jetzt als rechter Flügelstürmer mit Bergfors und Schütz in einer Reihe. Lisin wurde in einem KHL-Artikel als reserviert bezeichnet – bin mir nicht sicher, ob das die Eigenschaften ist, die ein Kapitän haben sollte. Erklärt vielleicht, warum er sich bei Interviews rar macht.

In der neuen Fetisov-Arena kann jetzt trainiert werden, was vor Saisonbeginn noch nicht der Fall war.

adm fetisov arena

Ziemlich langweilige Außenansicht der Arena. Bin mal gespannt wie die Atmosphäre im Inneren wird. Schon allein, weil es das erste Spiel ist, wird die Bude voll sein. Aber ob man sich dem Team schon verbunden fühlt? Los geht es bereits 11:00 (Ortszeit 19:00) gegen CSKA Moskau. CSKA hat die letzten zwei Spiele gegen vermeintlich schwächere Gegner verloren (Torpedo und Vityaz). Ich hoffe, dass das noch eine Weile so bleibt.

Ich schätze den Heimvorteil von Admiral und Amur als sehr hoch ein. Manche würden jetzt sagen, dass diese beiden Teams wesentlich längere Strecken zurücklegen müssen, um gegen andere Klubs zu spielen, dass ihre Ausgangslage schlechter ist, als die der anderen Teams. Man sollte es aber mal so betrachten: Die Moskauer Klubs sind an den Rhythmus der Kurztrips gewöhnt. Demzufolge ist die  Umstellung auf eine lange Reise plus Zeitverschiebung für diese „verwöhnten“ Klubs schwieriger, weil es eben nicht alle Tage vorkommt.

Werfen wir mal einen Blick auf ein Interview mit Traktor Chelyabinsk Kapitän Konstantin Panov:

Let’s get back in time and recall your tenure in Amur. Was it the hardest part of your career stamina-wise?
I think that any trip to the Far East drains everyone both physically and mentally, especially now that Admiral is around. I think we will have to stay there overnight this season. Due to different time zones your body can’t figure out what is going on. The only thing we can rely on is right nutrition and our medical and coaching staff skills.

Zwischen Chelyabinsk und Khabarovsk bzw. Vladivostok liegen ungefähr 5000 km und eine Verschiebung von fünf Stunden. Dass es bis jetzt bei Traktor nicht üblich war, wegen des Spiels gegen Amur im Hotel in Khabarovsk zu übernachten, überrascht mich. Sowohl Amur als auch Admiral haben jetzt vier Heimspiele und ihre Gegner sind CSKA, Dinamo Riga, Slovan und Lev. Mal sehen, wie und wann sich der Jetlag der einzelnen Teams bemerkbar macht. Ich könnte mir vorstellen, dass CSKA noch ganz frisch ins Spiel gegen Admiral geht, aber dann im Spiel gegen Amur richtige Probleme bekommt. Umgekehrt wäre Dinamo Riga bei Amur noch voll da, würde aber bei Admiral durchhängen. Ende Oktober kommt dann schon die nächste Serie mit vier Heimspielen und den gleichen, wechselnden Gegnern (Yugra, Avtomobilist, Barys, Avangard). Spätestens dann wissen wir, ob sich meine Theorie als richtig erweist.

№116
12:00 MSK
Amur – 2
Dinamo R – 1
№115
13:00 MSK
Admiral – 4
CSKA – 2
Nach dem Spiel: Die Arena erinnert an die von Medvescak – nicht nur wegen der Größe sondern auch wegen der Glaswand hinter dem rechten Tor und der überhängenden Tribüne. Hinter dem linken Tor schien noch nicht alles fertig zu sein – bis auf die Podeste für die Cheerleader gab es dort nichts. Das 3:0 war der Eisfläche geschuldet. Der Puck ist von der Bande nach vorne gesprungen, Lesnukhin hat ihn schnell zurückgespielt und Drugov konnte ins leere Tor schießen. Defensiv hat sich Admiral mit lässigen Pässen teilweise selbst in Gefahr gebracht.
№117
16:00 MSK
Metallurg Nk – 3
Lev – 5
Obwohl Lev wegen Nebels über Nacht auf dem Flughafen festsaß, haben sie das Ding nach Hause geschaukelt.
№118
16:00 MSK
Sibir – 3
Slovan – 1
№120
17:00 MSK
Salavat Yulaev – 2
Neftekhimik – 1

№121

19:30 MSK
Ak Bars – 1
Severstal – 0
№122
19:00 MSK
Torpedo – 5
Lokomotiv – 0
Ich hatte bereits vor einiger Zeit bemerkt, dass Lokomotiv sehr viele Strafminuten kassiert. Auch der News-Report der KHL ist diesmal der Meinung, dass diese Strafen Lokomotivs Chancen auf den Sieg zunichte gemacht haben.
Penalties punish Loko
Three penalties led to three goals as Torpedo overpowered Lokomotiv in the early stages of this Volga derby. The home side led 4-0 after just 28 minutes – having converted all three powerplays up to that point – and went on to claim a convincing 5-0 success and end Loko’s mini-revival under new head coach Pyotr Vorobyov.
Im Artikel ist auch ein Foto des Kampfes zwischen Wojtek Wolski (Torpedo) und Mikhail Pashnin (Lokomotiv) abgebildet, den man hier noch mal ansehen kann. In der ersten Minute des dritten Drittels erhielt Danil Romantsev (Lokomotiv) außerdem 10+2 Minuten wegen eines illegalen Checks gegen Kopf bzw. Nacken. Ich will nicht zuviel hineininterpretieren, aber Lokos Spiel scheint darauf ausgerichtet zu sein, den Gegner zu provozieren. Ich frage mich, ob das eine Reaktion darauf ist, dass man sie in der letzten Saison anders behandelt hat. Ich rede hier nicht mal so sehr vom Spiel selbst, sondern den Reaktionen um die Spiele (Interview, Pressekonferenz etc.). Diese Vorsichtigkeit kann schnell als (unverdientes) Mitleid ausgelegt werden. Vielleicht mache ich mir auch zu viele Gedanken.
№123
19:30 MSK
Dynamo Msk – 2
SKA – 6
SKA hat noch in der letzten Spielsekunde ein Tor reingehauen – bitter für Dynamo.
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