Vorbericht + Nachbericht Dinamo Minsk – Avangard Omsk

Heute spielt Dinamo Minsk gegen Avangard.

№164
20:00 MSK
Dinamo Mn
Avangard
Minsk hat das letzte Spiel am 2. Oktober gegen Yugra 5:3 gewonnen.
Ein sehr eigenartiges Spiel, bei dem drei Mal eine Teamstrafe für „zu viele Spieler auf dem Eis“ ausgerufen wurde. Waren die Schiris da einfach nur sehr streng in ihrer Auslegung der Regeln? Alexei Kalyuzhny (17) nutzte nach dem ersten Tor gleich mal die Gelegenheit, den Jaromir-Jagr-Ehrensalut (oder das, was bei den Polen schlicht Salutieren genannt wird) auszuführen. Ich habe das Gefühl, dass an der Sache mehr dran hängt. Sieht so einer aus, der sich aufrichtig freut? Oder ist der Jagr-Salut hier der Stinkefinger in Richtung Publikum? Wenn eine Mannschaft aus 11 Spielen nur zehn Punkte holt, wird der Umgangston wohl rauer. Als Kapitän hat Kalyuzhny sicher einiges zu hören bekommen.
alexei kalyzhny jagr salut
Kalyuzhny hatte vor diesem Spiel ganze drei Punkte. Im Moment sieht seine Statistik so aus:  2-3-5 und ein Plus/Minus von -7. Die Arena in Minsk, die eigentlich 15000 Besucher fasst, war im Spiel gegen Yugra nicht mal zur Hälfte gefüllt (6876). Wie wird das wohl heute aussehen?

So sehr es mich schmerzt, es zu schreiben, aber das Spiel gegen Avangard wird wohl eine machbare Aufgabe für Dinamo darstellen.

Avangard steht mit neun Punkten aus 11 Spielen schlechter da als Minsk. Sie haben ganz 47 Gegentore kassiert (22 geschossen). Im letzten Spiel gegen Medvescak Zagreb stand der 18-jährige Denis Kostin (72) im Tor, obwohl sich Trainer Milos Riha darüber ausgelassen hat, dass Kostin unmöglich als echter Ersatz gelten kann.

In diesem Bericht soll es eigentlich nicht um Medvescak gehen (ich habe auch nichts von Yugras fürchterlicher Defensive geschrieben, denn in Highlightvideos werden nun mal die Tore der einen und die Fehler der anderen Mannschaft gezeigt), aber ich möchte trotzdem kurz über die „pinken Schleifen“ auf den Trikots von Medvescak sprechen. Werbung für den Kampf gegen Brustkrebs machen, wie nett. Als ob ich nicht wüsste, dass es diese Form von Krebs gibt. Als ob Brustkrebs nicht sowieso die meiste Medienaufmerksamkeit bekommt. Diese genderspezifische Kampagne geht mir gehörig auf den Zeiger. Erstens will ich beim Sport nicht an tödliche Krankheiten erinnert werden. Beim Schauen von Sport (oder auch TV-Serien) soll es doch um Unterhaltung und Ablenkung vom Alltag gehen. Zweitens, hasse ich die Annahme, dass die Farbe Pink für alles Weibliche steht. Ich mag Pink, aber ich möchte diese Farbe nicht mit Krebs assozieren. Oh, ich meine natürlich dem Kampf gegen Krebs. Tja, in dem Satz taucht aber immer noch das Wort Krebs auf. Schönen Dank dafür, Brustkrebsstiftungen dieser Welt. Drittens, glaube ich, dass es dem Kampf gegen Brustkrebs eher schadet, wenn man dieser Krankheit ein genderspezifisches Image verpasst. Vielleicht weiß man bei Medvescak nicht so genau Bescheid, aber Brustkrebs trifft nicht nur Frauen.

Okay, genug aufgeregt. Vergesst, was ich gesagt habe. Das Mantra dieses Blogs ist Hockey, Hockey, Hockey. Milos Riha hat in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Zagreb Kostin in Schutz genommen und gesagt, dass man ihm keinen Vorwurf machen kann. Von Teemu Lassila, dem Stammtorhüter, hat man sich derweil getrennt. Sein Ersatz kommt aus Nordamerika und muss noch auf das Visa warten. Das bedeutet wohl, dass Kostin im Tor gegen Minsk stehen wird.

Ich erwarte ein Kellerduell mit vielen Toren. Ich befürchte, dass es zu Raufereien kommt. Ich hoffe, dass Avangard gewinnt.

+

Bei Dinamo Minsk hat sich noch vor dem Spiel einiges getan. Torwart Kevin Lalande (den ich bis jetzt immer Lalonde geschrieben habe) und Stürmer Geoff Platt sind nun nach zwei Jahren weißrussischer Staatsbürgerschaft berechtigt, in der Nationalmannschaft zu spielen. Lalande hat neben dem obligatorischen Logo von Dinamo auf dem hinteren Teil seiner Maske die Flagge von Weißrussland und Kanada verewigt.

Geoff Platt und Kevin Lalande beim Wettschieben.
№164
Dinamo Mn 4
Avangard 3
3:2 | 1:1 | 0:0
Zumindest was die Zahl der Tore angeht, hatte ich Recht. Leider hat es bei Avangard nicht zum Sieg gereicht, aber ich würde nicht sagen, dass sie damit betrogen wurden. Avangard ist zunächst in Führung gegangen, dann war Minsk an der Reihe, Avangard glich aus, Minsk ging wieder in Führung usw bis das Endergebnis erreicht wurde. Das zweite Drittel war definitiv das spannendste. Mit 11300 Zuschauern in der Arena Minsk herrschte eine gute Stimmung. Spielführung war sehr fair.
Teemu Lassila war im Tor, wurde aber im dritten Drittel von Denis Kostin abgelöst. Er hatte einige gute Paraden, aber sobald er hinter sich fassen musste, konnte man an den hängenden Schultern seiner Mitspieler sehen, dass sie kein Vertrauen zu ihm haben. Teilweise sahen die Verteidiger zu hektisch aus, dann wieder nachlässig. Aber auch im Angriff hapert es. Die Scheibe wurde zwar häufig in die Mitte gespielt, aber eben häufig in den Rücken des Anspielpartners. Bei Minsk hat mir Andrei Stas (23) gefallen, der nicht nur drei Punkte mitnahm, sondern auch beim Puck(zurück)holen rackerte.
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