Saale Bulls gegen Tornado Niesky

Das erste Heimspiel der Saale Bulls ist ja schon eine ganze Weile her. Damals (okay, vor 3 Wochen) war der Andrang groß. Der Einlass war früh angesetzt, aber die Kassen wurden recht spät geöffnet. Die Hütte war durch die vielen Freikarteninhaber fast voll. Ich hatte einen Sitzplatz und habe mir den Arsch abgefroren, weil ich zu früh da war und mich nicht richtig angezogen hatte. Bevor ich losgefahren bin, hatte ich noch überlegt, mit ein Sitzkissen mitzunehmen, aber es dann doch gelassen. Mann, war ich neidisch auf die Leute mit ihren Wolldecken.

Vielleicht haben einige Leute, die Freikarten hatte, auch die Eishalle ausgespäht, denn in der Nacht darauf wurde prompt eingebrochen. Neben einer beschädigten Tür wurden Teile der Musikanlage gestohlen. Der weine ich aber nicht nach, da die Lautsprecherdurchsagen im Spiel am Freitag wesentlich besser zu verstehen waren als beim ersten Heimspiel.

Am Freitag war ich jedenfalls nicht so bescheuert und habe mich richtig angezogen (allerdings kam mir die Halle dieses Mal auch nicht so kalt vor). Dann noch schnell die Zunge am Glühwein verbrannt und ohne Anstehen an der Kasse ab in die Halle. Sitzkissen konnte ich mir schenken, weil ich einen Stehplatz hatte. In die Fankurve der Saale Bulls wollte ich nicht (kann Trommeln nicht so ab), aber so konnte ich zumindest versuchen, die Fangesänge der Niesky Fans zu verstehen. Obwohl die keine 15 Meter von mir entfernt standen, war das Gröhlen einfach zu tief und röhrig, um viel auzumachen. Ein Gesang ist mir in Erinnerung geblieben: „Niesky wir können noch siegen!“ Was will man von einem Verein erwarten, bei dem sich die Fans auf Rückstände schon eingestimmt haben, dachte ich.

Niesky liegt in der Oberlausitz im Landkreis Görlitz. Für eine Stadt mit knapp 10.000 Einwohnern hat sie ein sehr großes kulturelles Angebot. Neben dem Eissportverein (wo man auch Eisstockschießen betreibt) gibt es noch Fußball-, Karate- und Turnvereine.

tornado niesky

Das erste Drittel begann dann auch gut für die Bulls. Von Niesky kam so gut wie nichts (die waren gefühl drei Mal in der Nähe des Halleschen Tors) und die Bulls sind mit 2:0 in die Pause gegangen. Ich wollte allerdings keine komplette Klatsche sehen und habe mir noch in der Pause gewünscht, dass das Spiel spannender wird. Das hätte ich mir etwas besser überlegen sollen, denn Niesky war im zweiten Drittel besser. Aber noch war keine Not und es stand beim Pfiff zur zweiten Pause noch 4:1.
Im drittel Drittel schoss Niesky dann innerhalb von fünf Minuten zwei Tore und der erste Sieg über die Bulls nach mehr als 11 Jahren (wurde unablässig auf der Videowand gezeigt) war plötzlich möglich. Halle musste ziemlich kämpfen und die Spieler sahen auch teilweise erschöpft aus. So knapp wollte ich es dann doch nicht haben. Es hat dann doch zum 4:3 gereicht.

Die Stadionmusik war am Anfang ganz okay, dann ging es aber mit so einer dämmlichen Schlager-Disko Nummer auf Deutsch bergab. Die Videoleinwände sind so positioniert, dass man die Zeit und Strafminuten von der hinteren Stehtribüne kaum erkennen kann.

Diesmal gab es zwei Maskottchen – einen großen und einen kleinen Bullen. Der Kleine war in seinem roten Anzug schon ganz niedlich. Die Cheerleader waren auch wieder präsent. Wenn sie fertig sind, beginnt die Eismaschine sofort Wasser auf der Außenbahn zu verteilen und wie auch beim letzten Mal, als ich da war, hatten die Cheerleader dann wieder sichtlich Probleme vom nassen Eis runterzukommen. Nicht, dass ich mir gewünscht hätte, dass sich eine hinlegen würde, aber es wäre schon ganz lustig gewesen.

Niesky: Torwartin Ivonne Schröder (#13) hat ihre Sache gut gemacht. Positiv aufgefallen ist mir auch #25 Andreas Brill.

Bulls: Jakub Pekarek (#18) klebt zulange am Puck. Daniel Lupzig (#24) spielt sehr köperbetont – jedenfalls ist er ständig am Glas an mir vorbeigerutscht.

4:3 (2:0; 2:1; 0:2)

Torschützen:

Eric Wunderlich (3.) 1:0 Überzahl

Sebastian Lehmann (9.) 2:0 Überzahl

Alexander Zille (22.)  3:0

Jörg Pohling (28.) 3:1

Robin Sochan (36.) 4:1

Daniel Wimmer(43.) 4:2

Marco Noack  (47.) 4:3

Die Namen der Niesky-Torschützen stammen von der vereinseigenen Internetseite und unterscheiden sich vom MZ-Bericht. Ich nehme mal an, dass die es besser wissen, als Reporter der MZ.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s