Monatsrückblick Oktober

Beim letzten Monatsrückblick habe ich mich auf die ersten acht Mannschaften jeder Division bezogen und selbst dort ist es mir bei manchen Teams schwer gefallen, etwas zu schreiben. Diesmal werde ich versuchen, zu wirklich allen Teams etwas zu sagen.

Verletztenliste der KHL auf Eliteprospects

WEST (Stand: 31.10.13):

standings west 31_10_13

1. SKA – Jedes Mal, wenn ich SKA spielen sehe, ist Kovalchuk vorne dabei, aber gibt selbstlos ab. Dabei hat er angeblich schon neun nicht ganz so selbstlose Tore geschossen.

Ilya Kovalchuk brettert mit Alexei Ponikavorsky zusammen.

Wann? Aber Spaß beseite – SKA spielen zu sehen ist eine echte Freude, besonders, wenn es gegen andere gute Mannschaften geht. Vor allem ist SKA eine Mannschaft, in der jede Reihe Tore schießen kann. Sind beim Powerplay nicht ganz so stark, aber das müssen sie wahrscheinlich nicht sein.

2. Dynamo Moscow –  Obwohl Maxim Petushko seit Anfang des Monats wegen einer schweren Gehirnerschütterung (plus Kieferbruch) fehlt, findet man ihn immer noch unter den 50 Besten der Scorer. Er ist gleich auf mit Karsums und Karpov. Weiter oben ist nur Leo Komarov. Martins Karsums hat seit 14.10. in jedem Spiel mindestens einen Punkt gemacht. Ich bin ein großer Fan von Marek Kvapil (Stürmer, #91) geworden und frage mich, warum der in der vierten Reihe spielt.

3. Riga –  Oder sollte ich hier von der lettischen Nationalmannschaft sprechen? dinamo riga szczechura ozo 1 dinamo riga szczechura ozo2 dinamo riga szczechura ozo3 dinamo riga szczechura ozo4

Hier geben Paul Szczechura und Sandis Ozolins einen kleinen Einblick in die Stimmung in der Mannschaft.

Jetzt kommen wir zu den Tabellenplätzen, die so dicht beeinander sind, dass es kaum Sinn macht, hier überhaupt Platzierungen anzugeben. Am 28.10 sah die Tabelle noch so aus: 4. CSKA, 5. Lev Prag, 6. Atlant, 7. Donbass, 8. Medvescak

4. Donbass – Haben in Michael Leighton einen sehr guten Torwart (93,9% Fangquote, 1,68 Gegentore).

5. Medvescak – Da wäre die kleine Talfahrt, die sie am 13.10. (2:3SO gegen Spartak) angetreten haben. Die Auswärtsspiele haben gezeigt, dass Medvescak zu besiegen ist. Sie haben alle vier Spiele ihrer ersten richtigen Auswärtsfahrt verloren bzw. einen Punkt von 12 möglichen geholt. Und sie waren bis jetzt noch nicht einmal im Osten des Landes (obwohl sie schon gegen zwei Mannschaften der Ost-Konferenz gespielt haben). Tja, und da wären die 347 Strafminuten (Stand 31.10.), die das Team gesammelt hat. Sogar ihr Torwart Barry Brust kassierte eine Zwei-Minute-Strafe wegen übertriebener Härte, als das Drittel bereits abgepfiffen war (im Spiel gegen Admiral). Ich glaube Medvescak hat bereits jetzt den Ruf weg, extrem körperlich zu spielen – mit dem Ergebnis, dass ihre Gegner es ihnen gleichtun wollen. Matt Murley, der den Anstoß für die Diskussion über die Ausdehnung der Disziplinarstrafen gegeben hat, ist wieder zurück in der Mannschaft.

6. CSKA – Fyodorov, Fyodorov! Die Spannung ist kaum auszuhalten. Wo bleibt Sergei? Die vielen Verletzten merkt man CSKA nun aber doch an. Zum einen zwingt es den Trainer Spieler in die Mannschaft aufzunehmen, die sehr jung sind, zum anderen gibt es bei den Neuzugängen (Steven Eminger) noch Anlaufprobleme. Ich hatte vor einer Weile ein Interview mit Nikolai Prokhorkin (mit Hilfe von Google) übersetzt, indem er davon berichtet hat, dass es in Amerika Lektionen im Kämpfen gab. Dieses Wissen hat er prompt im Spiel gegen Atlant angewandt. In diesem Spiel hat mir das Überzahlspiel von CSKA überhaupt nicht gefallen. Das scheint ein generelles Problem von CSKA zu sein – nur 9 von 86 Powerplays führten zu einem Tor (10,5%, Platz 24 in der Liga).

7. Spartak – Spartak war am 1.10. noch auf Platz 6 der Westkonferenz. Ich habe das Gefühl, dass es ein Problem ist, wenn der beste Verteidiger einer Mannschaft nur zwei Punkte weniger hat als der beste Stürmer. In dem Fall: Deron Quint 5-8-13 vs. Ratislav Spirko 6-9-15.

8. Atlant – Ich habe bis vor wenigen Tagen gedacht, dass Atlant so eine Mannschaft von harten Arbeitern ist. Viel Wille und wenig Können. Ich dachte, Evgeny Artyukhins Strafminuten sprechen für die ganze Mannschaft. Aber Atlant kann richtig schönen Hockey spielen. Wer hätte das gedacht? Und wer hätte gedacht, dass sie sich so weit oben festsetzen können, nachdem sie am Anfang des Monats noch 12. waren?

9. Lev – Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Lev-Spiel gesehen habe. Vor wenigen Tagen war Lev noch auf einem komfortablen fünften Platz anzutreffen. Das zeigt nur wieder, wie eng die Westkonferenz beieinander ist.

10. Severstal – Kann mich nicht daran erinnern, Severstal überhaupt schon einmal spielen gesehen zu haben.

11. Lokomotiv – 334 Strafminuten, Platz 2 hinter Medvescak.

12. Vityaz – Noch so eine Mannschaft, die ich für eine Schlägertruppe gehalten habe. Im Spiel gegen Ak Bars am 29.10. haben sie gezeigt, dass sie sehr gut im Kontern sind. Ivan Lisutin ist im Moment der beste Torwart der gesamten Liga: 95,4% Fangquote, 1,50 Gegentore, 800 Minuten Eiszeit.

13. Dinamo Minsk – Die zwei Kellerkinder mit 23 Punkten, aber auch einem bzw zwei Spielen weniger als die meisten anderen Teams. Beide Teams füllen auch tatsächlich ihre recht großen Arenen.

14. Slovan – Haben vor Saisonstart einfach nicht genug investiert.

OST:

standings east 31_10_13

1. Ak Bars – Exzellentes Powerplay. Unberechenbar – mal Kurzpass, mal Weitschuss. Mit Konstantin Barulin (94,8%, 1,59 GT) und Emil Garipov (94,2%, 1,53 GT) auch zwei  verlässliche Torwarte.

2. Barys – Ak Bars und Barys wechseln sich an der Tabellenspitze ab. Die Tormaschine von Barys ist nicht mehr ganz so gut geölt.

3. Magnitogorsk – Hier schießt nur die erste Reihe (Mozyakin, Zaripov, Lee, Kovář) Tore. Ich bezweilfe, dass das Trainer Mike Keenan in den Kram passt.

4. Salavat – Endlich mal etwas Ruhe in der Tabelle. Die nächsten Positionen haben sich seit mehreren Tagen nicht verändert. Das Salavat-Logo sieht für mich immer noch nicht nach einem Hockey-Klub aus. logo salavat yulaev ufa Es ist ein schönes Logo, keine Frage, aber eben keins, das sofort „Hockey“ sagt. Bis vor wenigen Tagen wusste ich auch nicht, dass Salavat Yulaev der Name eines baschkirischen Nationalhelden ist, der nicht nur in Befreiungskämpfen gegen Katharina die Große gekämpft hat, sondern auch Gedichte geschrieben hat. Die Profilansicht im Logo soll ihn darstellen.

Die größte Reiterstatue in Europa.

Die größte Reiterstatue in Europa.

5. Sibir – Jori Lehtera ist mit 6-15-21 der beste Stürmer des Teams, aber Sibir gehört weiterhin zu den Mannschaften, die ich kaum sehe. Letzten Monat waren sie nur ganz knapp in den Play-offs. Ende Oktober sehen Sibirs Aussichten viel rosiger aus.

6. Torpedo – Bei Torpedo gibt es ein neues Gesicht in Justin Hodgman, der noch vor ein paar Tagen bei Magnitka gespielt hat. Tim Brent ist dafür von Torpedo zu Magnitogorsk gewechselt. Torpedo wurde ebenfalls Opfer der Verletzungsserie, die die KHL heimgesucht hat: Alexander Makarov hat sich im Spiel gegen Medvescak einen Wirbel gebrochen.

7. Avtomobilist – Das, was ich bis jetzt von Avtomobilist gesehen habe, hat mir gut gefallen. Vor einigen Tagen standen sie noch auf Platz 10. Aber sie haben seit dem 21.10 kein Spiel mehr verloren.

8. Admiral – Macht mir im Moment richtig Freude. Ich nahme alles, was ich je Schlechtes über Hannu Jortikka gesagt habe, zurück. Scheißegal, ob er kein Russisch und nur schlechtes Englisch spricht – er hat es geschafft, aus dieser zusammengewürfelten Mannschaft mehr rauszuholen als ich für möglich gehalten habe. Wo bleibt eigentlich Mike Commodore, der US-Verteidiger, den Admiral ins Boot geholt hatte? Muss wohl noch an der Kondition arbeiten. Dennoch – Spiele von Admiral sind nervenaufreibend, weil sie viele Fehler zulassen. Ich glaube Torwart Evgeny Ivannikov hat Lundström den Rang abgelaufen. Er wurde von Anfang an für Shoot-outs eingesetzt, scheint sich aber jetzt auch mehr fürs eigentliche Spiel durchzusetzen.

9. Traktor – Waren am 1. Oktober genau da, wo sie jetzt auch sind. Und damit raus aus den Play-offs. Sehr enttäuschend für eine Mannschaft, die letztes Jahr im Finale des Gagarin-Pokals stand.

10. Yugra – Trainerwechsel: Sergei Shepelev geht, Oleg Davydov kommt. Davydov ist erst vor wenigen Tagen als Assistenztrainer zum Team gestoßen. Er war vorher Assistenztrainer beim MHL-Team Yugras, den Mamonty Yugry, die auf Platz 6 der Tabelle mit 47 Punkten stehen.

11. Neftekhimik – Bei Neftekhimik werden gerade Stühle gerückt. Anisin, Radivojevic, Demagin – alle an andere Vereine abgegeben. Yegor Milovzorov ist der beste Stürmer mit 10-9-19. Am 31.10. ist auch Trainer Vladimir Krikunov gegangen. Assistentstrainer Dmitry Balmin übernimmt das Ruder.

12. Avangard – Avangard ist nicht mehr ganz so fürchterlich wie noch im September. Mathieu Garon ist kein Totalausfall, aber in manchen Situationen wirkt er reaktionsschwach. Avangard fehlt einfach auch Glück, der berühmte Dusel, der ein Spiel drehen kann. Ihre Verteidiger fälschen die Scheibe ins eigene Tor ab, ihre Angreifer treffen das gegnerische Tor seltener als andere Mannschaften. Bei Avangard kann man sich damit trösten, dass ihre Jugendmannschaft, die Omskie .5Yastreby gut spielen – Platz 3 der MHL. Von den „Falken“ kam bereits Maxim Kazakov (#64), der im Spiel gegen Metallurg Magnitogorsk (2:5) die einzigen zwei Tore für Avangard schoss.

13. Amur – Ich weiß nur, dass sie letzte Saison, letzten Monat und diesen Monat schlecht waren.

14. Novokuznetsk – Kuznya (Schmiede) hat 8 ganze Punkte gesammelt. Genauso viele wie im September. Das ist eine komplett verkorkste Saison.

Zum Abschluss möchte ich noch ein Lied ansprechen, dass man in vielen KHL-Arenen hören kann. Ein alter Dance-Song von „2 Unlimited“ namens „Get ready for this“. Leider kann ich bei dem Lied an nichts anderes denken als die Spirit Fingers aus dem Film „Girls United“.

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