Saale Bulls – F.A.S.S. Berlin

saale bulls

Die Saale Bulls haben heute F.A.S.S. Berlin begrüßt – in einem Spiel, dass Halle unbedingt gewinnen musste, um die Hoffnungen auf eine Play-off-Teilnahme weiter aufrecht erhalten zu können. Halle stand vor der Partie auf Platz 3, mit 35 Punkten bereits neun Punkte hinter den zweitplatzierten Black Dragons aus Erfurt. Das Spiel begann mit einer Schweigeminute für einen tödlich verunglückten Fan der Lausitzer Füchse sowie mit der Ansage, dass die Cheerleader Spenden sammeln würden.

Bei der Schweigeminute war der Eisdom auch wirklich ruhig. Dagegen haben einige wenige Fans den Rest des Abends aber gezeigt, dass sie wohl weder auf der Arbeit noch zu Hause was zu sagen haben und deshalb ihren Frust an den Berliner Spielern und den Schiedsrichtern ausgelassen. Ganz besonders unsportlich und feige war die Person, die auf der linken Seite des „Gäste“-Fanblock gestanden hat und eine Colaflasche in Richtung Schiedrichter geworfen hat. Damit will ich nicht sagen, dass es ein Gast aus Berlin war, der sich so verhalten hat, da die überwiegende Anzahl der Fans im Gästeblock aus Bulls-Fans bestand. Jedenfalls war es jemand, der mit einem nicht gesehenen Foul eines Berliner Spielers nicht einverstanden war. Zu dem Zeitpunkt hatte Halle gerade eine Überzahlsituation. Ich müsste selbst noch einmal nachlesen, was die Regeln im Falle von Gegenständen auf dem Eis sagen, könnte mir aber gut vorstellen, dass ein Tor für ungültig erklärt wird. Und spinnen wir mal weiter und sagen, dass der Schiedsrichter getroffen wird und das Spiel aus Angst um die eigene Sicherheit abbricht. Wer würde in dem Fall wohl die Punkte bekommen? Ganz sicher nicht Halle.  Außerdem haben einige wenig Ahnung vom Eishockey bewiesen, als sie lauthals nach einer Strafe riefen, obwohl der Schiri diese schon längst angezeigt hat und wir weiterhin im Puckbesitz waren.

Ich weiß nicht, ob Schiedrichter jemals in Fanforen und Blogs Berichte über die von ihnen geleiteten Spiele lesen. Falls das tatsächlich passiert, möchte ich mich an dieser Stelle für die Arschlöcher (und es sind wirklich immer die gleichen) entschuldigen, die selbst nicht in der Lage sind, ein Spiel zu leiten, aber zeigen wollen, wie viele Schimpfwörter sie doch kennen.

Ach ja, und bevor ich noch zum eigentlichen Spiel komme, möchte ich auch noch einmal über den Spinner reden, der keine 100 Meter von den Toilettenhäusern entfernt, draußen an den Zaun uriniert hat. Ich kann nur annehmen, dass der sich nicht auf eine öffentliche Toilette traut, weil dort ja jemand seinen winzigen Schniedelwutz sehen könnte. Solche Dinge wie öffentliches Urinieren genauso wie das Wegwerfen von Flaschen und Bechern müssen alle vom Verein teuer bezahlt werden. Am Ende der Saison wird die Hallesche Messe sich den kaputten Rasen (übrigens auch noch mal der Fingerzeig auf die zwei Autos im Halteverbot – ich hoffe, sie wurden trotz Durchsage während des Spiels abgeschleppt. Es gibt einen Riesenparkplatz – wie kann man nur so doof sein?) ansehen und alles wieder herrichten lassen. Ratet, wer dann die Rechnung bezahlen muss? Ich verstehe es einfach nicht. Einerseits geht man zu seinem Verein und will Stimmung und solidarisiert sich und spricht von „unser Verein“ und „wir“, aber wenn es dann darum geht, den Glühweinbecher wegzuwerfen, wird plötzlich die Hand zu schwer.

Die besten Spieler des Abends waren Troy Bigam (57, HAL) und Christoph Kabitzky (50, FASS). Ich glaube, Kabitzky wurde auch deshalb zum besten Spieler gewählt, weil er die Flasche (eine Trinkflasche des Vereins, die auf dem Tor lag), die Torwart Glatzel zurück zur Halleschen Bank geworfen hat, nachdem er eingewechselt wurde, aufgehoben und dem Zeugwart der Bulls gegeben hat. Klingt nicht nach viel, aber in einer Partie, die im zweiten Drittel immer härter wurde, hat Kabitzky damit auch gezeigt, dass es eben alles nur ein Spiel ist und man sich gegenseitig helfen kann.

Tja, warum wurde Glatzel eingewechselt? Weil Haloschan die Führung der Bulls verschenkt hat, indem er zwei sehr leichte Tore zugelassen hat. Als dann auch noch der Führungstreffer von F.A.S.S. fiel, musste er raus und Glatzel kam rein. Das alles ereignete sich in den ersten zehn Minuten des zweiten Drittels. Das erste Drittel hat Halle komplett dominiert. Ich wüsste nicht, warum auf der Seite vorm Heimblock überhaupt das Eis wieder aufbereitet werden musste – da war 20 Minuten nur Haloschan. Die Bulls haben jedenfalls einen Torschuss nach dem anderen gegen die übertölpelten Berliner abgegeben, aber Kügow hat bis kurz vor Schluss des ersten Drittels ganz sicher gehalten.

Die Bulls kamen allerdings verändert aus der Kabine. Ungenaue Pässe und Unachtsamkeiten haben F.A.S.S ins Spiel kommen lassen. Also kann man die drei Treffer nicht nur Haloschan anheften. Der Mann hat sich ja auch 20 Minuten lang praktisch die Beine in er Bauch gestanden. Dass bei F.A.S.S. überhaupt aufs Tor gespielt wird, muss ein Schock für ihn gewesen sein.

Der erhöhte Härtegrad hat dann für einige Strafen gesorgt. Besonders hervorgetreten ist dabei Leers (38, FASS), der sich nicht zu schade war, einem Bulls-Spieler einen Klaps gegen den Hinterkopf zu verpassen und verbale Konfrontationen mit einigen Spielern hatte – auf die Strafbank musste er aber nicht. Nach einer Rauferei wurden allerdings Kai Schmitz (91, HAL) und Austin Southerland (89, FASS) mit jeweils zwei Minuten wegen unerlaubter Härte bestraft. Southerland war allerdings nicht derjenige, der direkt mit Schmitz im Clinch lag. Ich glaube, er war es, der Schmitz von hinten gepackt hat. Der Streit begann eigentlich zwischen Schmitz und Christian Gries (21, FASS) neben dem Halleschen Tor und wegen eines erhöhten Stocks.

Aber alles war am Ende wieder vergeben und vergessen. Händeschütteln und dann Abmarsch. Halle darf sich über drei Punkte freuen. Nicht nur wurde auch ein Rückstand zweimal aufgeholt (Bigam mit dem 3:3, Piecha mit dem 4:4). Nachdem Halle kurz vor Ende der regulären Spielzeit noch ein PP bekam (soviel zum Thema: die Schiris haben uns geschadet), konnte Bigam 48 Sekunden vor Ende der regulären Zeit das 5:4 machen. Für einen Moment war ich verwirrt, ob der Puck drin war, da er sich zwischen Stöcken und Körpern vorm Tor befand. Aber meine Unsicherheit war wohl dem umgestoßenen Tor geschuldet. Mit Kügow draußen hat Bigam dann noch das 6:4 zum Hattrick perfekt gemacht.

Es war ein sehr aufregendes Spiel, bei dem es sich Halle anfangs unnötig schwer gemacht hat. Ein bisschen Glück war natürlich auch dabei. Mit Overtime und Shoot-out wäre uns nicht viel geholfen gewesen.

Ach ja, es darf gewählt werden. Vier neue Spielstätten stehen bei den Bulls zur Auswahl. Der alte am Gimriter Damm, einer in der Nietlebener Straße (Ha-Neu), sowie Blücherstraße und Selkestraße (beide ebenfalls in der Nähe des Gimritzer Damms). Ich habe mich noch nicht entschieden, für welchen Standort ich wähle, weiß aber, dass es nicht der favorisierte Gimritzer sein wird. Sicher habe ich es im Blog schon erwähnt – die Vorstellung, an die gleiche Stelle, die bereits zweimal innerhalb von 10 Jahren abgesoffen ist, einen Neubau hinzusetzen, will mir einfach nicht in den Kopf. Auch wenn dort ein neuer Damm hingesezt wird (super Plan, die Saale noch mehr einzuengen) und der Neubau erhöht ist. Mir kommt dieser Plan wie ein Schildbürgerstreich vor. Ich werde also entweder für Selke – oder Blücherstraße abstimmen, da die Nietlebener sehr weit weg ist. Allerdings kenne ich die möglichen Grundstücke auch nicht. Vielleicht ist die Straßenbahnhaltestelle direkt daneben. Ich werde mich wohl noch eine Weile damit beschäftigen müssen.

Hier jedenfalls kann man abstimmen.

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