Erst hatten wir kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu

Was für ein Finish! Das letzte Spiel der B-Gruppe ist für die deutsche Nationalmannschaft gut ausgegangen. Auch nachdem Anwander im ersten Dritttel den Führungstreffer schoss und Busch im zweiten Drittel auf 2:0 erhöhen konnte, hatte ich dennoch das ungute Gefühl, dass das Team im dritten Drittel wieder einbrechen würde. So war es zumindest im Spiel gegen Russland und Schweden. Für eine Weile sah es auch danach aus, als hätte Japan die eigene Form gefunden und Harrer war im Tor unter enormen Druck.

(photo credit: sochi.com

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Zum Glück hat man es nicht darauf angelegt den Vorsprung zu verwalten. Spielberger hat das 3:0 geschossen, Busch schaffte kurz vor Schluss noch den empty-netter. Die japanische Torwartin Fujimoto war diesmal nicht ganz so sicher wie noch im Spiel gegen Russland. Überhaupt hat sich in diesem Spiel die körperliche Überlegenheit der Deutschen bemerkbar gemacht. Die Japanerinnen haben zwar gegen gehalten und die Schiedsrichterin hat auch sehr regelbetont gepfiffen, aber am Ende war es vor allem die Torgefährlichkeit, die Japan den Garaus gemacht* hat. Chancen waren genug da, aber die Torschüsse waren zu schwach. Pfostentreffer gab es natürlich auch. Erst hat man kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu. 😉

Endstand 0:4! Aber das Turnier ist noch nicht beendet! Zwar sind Japan und Deutschland aus dem Viertelfinale raus, aber die Verlierer dieses Finals spielen dann noch in einer Relegationsrunde die Plätze 5-8 aus.

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Beim Spiel Schweden – Russland (heute Abend um 18:00, zeitgleich mit dem Spiel der Männer Kanada – Norwegen) wird noch ausgespielt, wer auf Finnland und wer auf die Schweiz trifft. Der Gruppenerste ist Finnland und würde dann im Viertelfinale gegen den Verlierer des heutigen Spiels treffen. Wir dürfen gespannt sein.

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Eine andere Sache, die angesprochen werden muss, sind die Schiedsrichterpatzer, die sich durch as Frauenturnier gezogen haben. Da wäre zum Einen das nichtgegebene Tor im Spiel Russland – Japan. Gestern gab es dann den nächsten Eklat, als im Spiel gegen Kanada – USA der kanadische Führungstreffer von Wickenheiser nicht hätte gelten dürfen, weil vorher die Pfeife von der finnischen Schiedsrichterin Ekola ertönte. Eigentlich hätte es keinen Grund zum Pfeifen geben dürfen, da der Puck noch frei war, aber dieser Treffer hat die Amerikanerinnen (2:3 verloren) aufgebracht. Zudem konnte man sehen, dass Ekola in mehreren Spielsituationen im Weg war. Ich halte den Patzer von der deutschen Schiedsrichterin immer noch für schwerwiegender:

With under two minutes left in the first, the Japanese had a stroke of misfortune when Rui Ukita backhanded a puck from along the goal line. The Japanese thought it went past Prugova, but she fell backward to conceal the disc, and the officials did not review the play or award a goal. (Quelle)

Ich bin nicht sicher, ob „stroke of misfortune“ hier die richtige Bezeichnung ist. Es hat sich jedenfalls gezeigt, dass auch die Schiedsrichterinnen dazu lernen müssen. Wenn ich aber höre, unter welchen Bedingung die deutsche Mannschaft ihre Vorbereitung absolviert hat (zwei Lehrgänge im Jahr, die die Spielerinnen selbst bezahlen), möchte ich erst gar nicht wissen, wie die Schiedsrichterinnen vorbereitet werden. Im Frauenturnier arbeitet auch immer noch nur eine Schiedsrichterin und zwei Linienrichterinnen, obwohl es bei den Männern mittlerweile Standard ist, zwei Schiedsrichter aufzustellen.

Positiv ist aber das neue Format des Turnier, bei dem die besten Vier des Welt in der A-Gruppe gegeneinander antreten und der Rest in der B-Gruppe ist. Dabei sind einige wirklich spannende Spiele herausgekommen. Und ich denke, der Zuschauerzuspruch war auch angemessen. Im heutigen Spiel, in dem es um nichts mehr ging, waren immerhin 2618 Zuschauer in der Schaiba-Arena. Nicht schlecht für ein Spiel, das zeitgleich mit dem Spiel Finnland – Österreich (der Männer) konkurrierte. Bei Sport1 (Free-TV) sind die Quoten wohl auch ganz ansprechend.

*Ich dachte immer, das der „Gar“ sich auf den Ofen bezieht, aber es ist wohl ein alter Polizeisperrstundenruf.

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