Drei Betrunkene im Powerplay

Wer diesen Blog anschaut, würde natürlich nie auf die Idee kommen, dass ich noch andere Ligen außer der KHL beobachte. Das stimmt so nicht ganz, allerdings müssen sich die anderen Ligen schon mächtig in Schale werfen, damit ich ihnen mal einen Eintrag gönne. Das hat die EBEL jetzt geschafft.

Hier ist definitiv Alkohol im Spiel. (credit: t-rextrying)

Hier ist definitiv Alkohol im Spiel. (credit: t-rextrying)

Bereits vor einer guten Woche habe ich auf meinem Tumblr davon berichtet, dass John Hughes (der Eishockeyspieler) vom VSV entlassen wurde, nachdem herauskam, dass er am Abend vor dem Halbfinalspiel gegen Bozen auf einer Sauftour war. Damals habe ich darüber spekuliert, was dieser erneute Skandal für den österreichischen Hockey bedeutet und mich gefragt, ob Hughes in der nächsten Saison für einen EBEL-Klub spielen wird (obigatorische KHL-Einbindung: Hughes wird mittlerweile mit Slovan Bratislava in Verbindung gebracht). Außerdem habe ich darüber lamentiert, dass der ÖEHV nie die Namen der Spieler genannt hat, die in Sochi vor dem Slowenienspiel einen drauf gemacht haben.

Diese Namen sind jetzt, zwei Monate nach dem Ende der olympischen Spiele, veröffentlicht worden. Wobei es sich nicht einmal um Namen von Spieler handelt, die tatsächlich betrunken waren, sondern um die, die den Teambus verpasst haben. Der sollte je nach Darstellung 23:00 oder 23:30 abfahren. Nicht mitgenommen hat er: „NHL-Spieler Thomas Vanek, Michael Grabner und Michael Raffl sowie Rene Swette, Florian Iberer, Mario Altmann und Stefan Ulmer.

Zudem sind auch Thomas Pöck und Matthias Trattnig in der Nacht von 16. auf 17. Februar nicht mit dem für 23.00 Uhr georderten Bus nach Hause gefahren.“

Die Nationalspieler Bernd Brückler, dessen Buch ich immer noch nicht bestellt habe, und Matthias Trattnig (beide Salzburg) haben ihre Sicht der Dinge in einem wirklich lesenswerten Interview vom 4.4. dargestellt.

Es kann nicht sein, dass Spieler in zehn Tagen drei Mal einen Vollrausch haben. Am Ende spielen drei Betrunkene im Powerplay.

Jetzt, da Trattnigs Name im Zusammenhang mit Sochi gefallen ist, hat er sofort klargestellt, dass er 1) den Bus verpasst hat und 2) es keinen Zapfenstreich gab, den er überschreiten könnte. Bei der Kleinen Zeitung (die auch Banden – und Helmwerbung in der EBEL schaltet) sind einige Ohren heiß geworden und Finger haben sich vor lauter Tippeifer verkrampft. Wo zwei sich streiten, freut sich bekanntlich derjenige, der die dreckige Wäsche in der Öffentlichkeit aufhängt.

Warum bereinigt der ÖEHV diesen Skandal erst jetzt? War Dieter Kalt selbst leicht angetüdelt, als er die Stellennahme geschrieben hat? Wie sonst erklärt man die vielen Halbsätze und unnötigen Anführungszeichen? Wie viel wird im österreichischen Hockey unter der Woche gesoffen? Ab wann ist ein Powerplay, das von Besoffenen gespielt wird, komplett bewegungsunfähig?

Ach ja, bisschen Eishockey gibt es auch noch. Je nach Ausgang noch ein oder zwei Spiele, da Bozen im Best-of-5 Finale gegen Salzburg mit 2:1 in Führung liegt. Der Liganeuling (der keinen einzigen Österreicher im Kader hat) kann also in zwei Tagen Meister werden.

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