Amboss oder Hammer sein (Lev – Loko Spiel 4)

Im letzten Halbfinalspiel zwischen Lev und Lokomotiv hat das Zünglein an der Waage im richtigen Moment auf Lokomotiv gezeigt. Nach drei verlorenen Partien, in denen sie ein einziges Tor geschossen haben, galt es, Spiel 4 zu gewinnen oder sich vorzeitig aus dem Rennen um den Gagarin-Pokal zu verabschieden. Diese neue Entschlossenheit machte das erste Drittel zu einem rein sportlichen Schlagabtausch, in dem Loko  frühzeitig die besseren Möglichkeiten herausspielte. Auch Loko’s Defensive agierte an der blauen Linie souverän. Alexei Vasilyev (#41, LOK) riskierte buchstäblich Kopf und Kragen, als er sich in einem Schagschuss von Ondrej Nemec (#23, LEV) stellte, der ihn am Hals traf. Ein Glück, dass der Schuss abgefälscht war.

Lev’s Torhüter Petri Vehanen (#35, LEV) zeigte allerdings erneut eine Topform. Daniil Apalkov (#40, LOK) kam rechts vorm Tor frei zum Schuss, aber Vehanen  konnte ihn mit seinem Beinschoner stoppen. Es war wieder Lev, die in der 25. Minute das erste Tor schossen. Kalle Ridderwall (#22, LEV) zwang Curtis Sanford (#1, LOK) den Puck nach vorne abzuwehren. Im Knäul vor dem Tor kam Jiri Novotny (#12, LEV) dann noch irgendwie an die Scheibe, obwohl es wohl das Knie eines Loko-Spieler war, der sie dann ins Tor beförderte. Die Frustration der Lokomotiv-Spieler war nun deutlich zu sehen.

Der Bann um Vehanen Tor wurde kurz darauf mit einem wunderschönen Unterzahltor von Yegor Yakovlev (#44, LOK) gebrochen. Sergei Plotnikov (#16, LOK) räumte ihm mit einem gewaltigen Check noch den Weg frei, so dass Yakovlev die gesamte Spielfläche überqueren konnte, Lev’s Verteidiger rechts und links liegen ließ, den mitgelaufenen Alexander Chernikov (#22) nicht anspielte und stattdessen  einen großartigen Handgelenksschuss zeigte.

Yegor Yakovlev

Yegor Yakovlev zum 1:1

Dieser Befreiuungsschlag gab nicht nur Lokomotiv sondern auch den Fans wieder Auftrieb, der auch nicht durch Lev’s schnelles Gegentor getrübt wurde. Plotnikov verursachte mit einem ausgestreckten Ellenbogen eine kleine Bankstrafe, die Nathan Oystrick (#74, LEV) eiskalt zum 1:2 ausnutze, nachdem Loko’s Konter fehlschlug.

Sergei Konkov konnte dann in der 54. Minute noch zum 2:2 ausgleichen. In der Verlängerung hatten beide Mannschaften gute Torchancen, doch Loko wurde von den Anfeuerungsrufen der Heimfans getragen, während bei Lev Ermüdung einsetzte. Als bereits 19 Minuten gespielt waren, hatte Lev mental schon den Weg in die Kabine angetreten. Zwei hintereinander folgende Schüsse konnte Vehanen noch abwehren, doch diesmal war das Glück auf Loko’s Seite (das berühmte Zünglein) und die Scheibe fiel vor Plotnikov, der das ersehnte 3:2 schoss.

Auf des Glückes großer Waage

Steht die Zunge selten ein.

Du mußt steigen oder sinken,

Du mußt herrschen und gewinnen

Oder dienen und verlieren,

Leiden oder triumphieren,

Amboß oder Hammer sein.

 

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