Metallurg Magnitogorsk ist Gagarin Cup Champion

In den entsprechenden Foren wurde viel über die Prager Fans geschrieben, die mit Sprechchören und Hüpfen die Stimmung der Finale ordentlich aufheizten. In Magnitogorsk ist zwar keiner gehüpft, aber Sprechchöre gab es allemal. Besonders der „Gagarin, Gagarin“ Gesang ganz am Ende hat zumindest bei mir für Gänsehaut gesorgt.

Es war eine klasse Finalserie – ein würdiger Abschluss für die Saison.

wer will, kann das Spiel noch einmal in voller Länge bei laola1.tv sehen

Wer will, kann das Spiel noch einmal in voller Länge bei laola1.tv sehen

Lev hat meines Erachtens stark angefangen. Das erste Tor kam allerdings von Francis Pare, der erst Mitte der Saison aus der finnischen Liiga geholt wurde und in diesen Play-offs die entscheidenden Nadelstiche setzen konnte (7-2-9 in 21 Spielen). Von der frühen Führung unbeeindruckt, gelang David Ullström (nach langer Verletzungspause erst für die Finalserie fit geworden) das 1:1.

Das erste Drittel endete mit einem Knaller. Zuerst musste Vehanen sich lang machen, um das 2:1 zu verhindern, dann ging es ohne Unterbrechung in Magnitkas Hälfte, wo Novotny Koshechkin testete. Der ließ die Scheibe abprallen. Kapanen war zur Stelle und hätte Lev die Führung bescheren können. Das Tor war frei, aber er spielte die Scheibe flach und Koshechkin warf sich zurück und streckte seine Fanghand aus.

Im zweiten Drittel sahen wir sowohl Vehanen als auch Koshechkin mit einigen gewagten Paraden. Das 2:1 von Biryukov (sein einziges Tor in der gesamten 72 Spiele Saison!) war für Vehanen unhaltbar, da Thörnberg ihm, um seinen eigenen Fehler auszubügeln, komplett die Sicht nahm. Lev zeigte sich unbeeindruckt und arbeitete am Ausgleich. Die aus ihrer Sicht beste Phase des Spiels folgte und wurde schließlich durch ein Ryan O’Byrne Tor (von der blauen Linie durch Kraut und Rüben) belohnt. 2:2 nach 34 Minuten Spielzeit.

Das ist doch nicht meine Schuld.

Das ist doch nicht meine Schuld.

Magnitogorsk Antwort kam schnell und als Doppelschlag. Erst Yaroslav Kosov (immerhin sein zweites Tor in den Play-offs) und vierzig Sekunden später Jan Kovar. Am 4:2 war Vehanen auch nicht schuld, da Danis Zaripovs Schuss vom Kovarschen Schläger hoch abgefälscht wurde (das ging so schnell, dass Zaripov erst fälschlich als Torschütze ausgerufen wrude).

Danis Zaripov zeigt wer das 4:2 geschossen hat.

Danis Zaripov zeigt wer das 4:2 geschossen hat.

Levs Selbstbewusstsein war damit im Eimer. Und es hat meines Erachtens auch nicht geholfen, Vehanen im dritten Drittel gegen Atte Engren auszutauschen. Freilich, Vehanens Leistungen haben im Verlauf der Finalserie beständig abgenommen und bis zu diesem Zeitpunkt gab es auch keinen Grund an Engrens Torwartqualitäten zu zweifeln. Aber im alles entscheidenden siebten Spiel eingewechselt zu werden, war auch für Engren zu viel. Magnitka konnte den Braten riechen und setzte nach.

Das 5:2 schoss dann der Spieler, der die Play-offs mit 33 Scorerpunkten (13 Tore, 22 Vorlagen) in 21 Spielen beendete. Sergei Mozyakin setzte erst einen harten Schuss an die Latte, drehte dann eine kleine Runde am Bullypunkt und wartete auf einen Pass von Danis Zaripov, den er dann in ein Tor verwandelte.

Zaripov konnte in der 53. sein eigenes Tor feiern. Vorlage kam von Kovar, aber er wurde auch auf dem Weg zum Tor nicht angegriffen. Ich bin nicht ganz sicher, was dann geschehen ist (der Vorfall wurde nicht gezeigt), aber Martin Sevc musste eine 10-Minuten-Strafe wegen Schiedsrichterbeleidigung absitzen. Vielleicht hat er Kovar im Abseits gesehen, aber sicher bin ich mir nicht. Das war übrigens die einzige Strafe, die während des gesamten Spiels ausgesprochen wurde. Spiel 5 verlief genauso, in Spiel 6 haben wir einige Überzahlsituationen und vor allem -tore gesehen. Diese Möglichkeiten fehlten Lev diesmal völlig.

Geht hier noch was?

Geht hier noch was?

Lev konnte noch einmal an Magnitkas Führung rütteln, als Justin Azevedo in der 59. Minute das 6:4 schoss (das 6:3 kam von Martin Thörnberg). Lev nahm nach einer Auszeit Engren raus, aber Magnitka’s Mikhail Yunkov schoss das 7:4 einige Sekunden vor Schluss der Spielzeit.

Eine Medaille im Handschuh und eine an der Kette.

Eine Medaille im Handschuh und eine an der Kette.

Nachdem Yunkov alle Talismane, die er bei sich trug, geküsst hat, zeigte uns  die Kamera einige der den Tränen nahen Lev-Spieler. So schön es auch ist, im eigenen Stadion zu gewinnen, die andere Mannschaft muss bis zum bitteren Ende dabei bleiben.

Petr Vrana und David Ullström am Boden.

Petr Vrana und David Ullström am Boden.

Pro Forma wurden die letzten Sekunden heruntergespielt und dann durfte Magnitogorsk den Pokal entgegennehmen. Das dauerte aber auch eine Weile. Erst wurden Teppich ausgerollte und Mikro aufgestellt, dann durften die Klubpräsidenten und Ligapräsident Medvedev ihre (zugegeben kurzen) Reden halten. Natürlich gab es noch das letzte Händeschütteln, bei dem man sich wieder lieb hatte.

Oskar Osala tröstet Landsmann Mikko Mäenpää.

Oskar Osala tröstet Landsmann Mikko Mäenpää.

Eine lange, aufregende Saison ist hiermit beendet. Sergei Mozyakin wurde – keine Überraschung – als MVP der Play-offs ausgezeichnet (Justin Azevedo wäre ein guter Kandidat für Lev gewesen). Man sah Mike Keenan durch die Luft fliegen. Und die Kamera folgte Mozyakin, als er für einige Sekunden allein in der Menschenmenge war.

insta008

 

Herzlichen Glückwunsch, Metallurg Magnitogorsk!

insta001

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s